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Zeitschrift "Verantwortung" - Heft 51

Heft 51

Kirche und Gemeinde bei Bonhoeffer

Ausgabe Juni 2013

ISSN 0936-7454

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Abstract

Die 51. Ausgabe der Zeitschrift „Verantwortung“ bündelt die Beiträge in drei Themenblöcke. Im ersten Themenblock werden Texte aus dem Umfeld der „Frühjahrstagung des dbv in Erfurt 2013“ angeboten. Dazu gehören ein ausführlicher Tagungsbericht von Daniel Baldig, Vortragstexte von Axel Denecke, Karl Martin, Jisk Steetskamp, Eberhard L. J. Mechels und Kurt Kreibohm, die sich mit dem Tagungsthema „Bonhoeffer Kirchen- und Gemeindeverständnis“ auseinandersetzen, sowie ein Bericht von Herbert Pfeiffer über die Theateraufführung „Dietrich Bonhoeffer – Glaube, Liebe, Widerstand, Zivilcourage“. Zum Weiternachdenken werden die von Barbara Wirsen-Steetskamp zusammengestellten „Impulstexte zum Kirchen/Gemeinde-Verständnis“ abgedruckt.

Von den Impulstexten verdient besondere Erwähnung das Zitat aus dem Artikel I,1 des Bekenntnisses der ersten Freien Reformierten Synode, Januar 1934: „Angesichts der kirchlichen Ereignisse des Jahres 1933 gebietet uns das Wort Gottes, Buße zu tun und umzukehren. Denn in diesen Ereignissen ist ein die evangelische Kirche seit Jahrhunderten verwüstender Irrtum reif und sichtbar geworden. Er besteht in der Meinung, dass neben Gottes Offenbarung, Gottes Gnade und Gottes Ehre auch eine berechtigte Eigenmächtigkeit des Menschen über die Botschaft und die Gestalt der Kirche, d. h. über den zeitlichen Weg zum ewigen Heil, zu bestimmen habe. Damit ist abgelehnt die Ansicht: Die kirchliche Entwicklung seit der Reformation sei eine normale gewesen und es handle sich in der heutigen Not unserer Kirche nur um eine vorübergehende Störung, nach deren Beseitigung jene Entwicklung gradlinig weitergehen dürfe.“

Es folgt der zweite Themenblock „’Bonhoeffer in Finkenwalde’ – Buchpräsentation und Rezensionen“. In dem Buch „Bonhoeffer in Finkenwalde“ werden die „Finkenwalder Rundbriefe“ zum ersten Mal komplett veröffentlicht. Dietrich Bonhoeffer gründete im Jahre 1935 in Finkenwalde bei Stettin (heute Sczeczin-Zdroje) ein Predigerseminar zur Pfarrerausbildung der Bekennenden Kirche (BK). Der Kontakt zu den Absolventen des Seminars wurde durch Rundbriefe gepflegt. In diesen „Finkenwalder Rundbriefen“ berichten Bonhoeffer und seine engsten Mitarbeiter von dem Alltag im Seminar, von strittigen Themen und Diskussionen auf dem Feld der Theologie und von belastenden Ereignissen und Entwicklungen im Kirchenkampf. Den Rundbriefen sind Predigten und andere Texte beigegeben.

In Heft 51 der Zeitschrift „Verantwortung“ wird über die Buchvorstellung am 13. Januar 2013 in der Zionskirche in Berlin berichtet. Der Vortrag der Buchvorstellung von Axel Denecke, die Predigt anlässlich der Buchvorstellung von Karl Martin und der zusammenfassende Bericht über den Ablauf des 13. Januar von Kurt Kreibohm sind Dokumente eines denkwürdigen Tages. Es folgen Rezensionen, die in den darauffolgenden Wochen in Zeitungen und Zeitschriften erschienen sind; Autoren dieser Rezensionen sind Jakob Knab, Paul Gerhard Schoenborn und Gisela Kittel.

Heft 51 schließt mit dem dritten Themenblock „Vereinsnachrichten und Vermischtes“. Dazu gehören zwei Beiträge zur Kirchensteuerdiskussion, ein Bericht einer jungen Katholikin über die Gründe für ihren wohlüberlegten und verantworteten Kirchenaustritt sowie ein Buchhinweis von Hans-Ulrich Oberländer.


Inhaltsverzeichnis

I. Frühjahrstagung des dbv in Erfurt 2013

DANIEL BALDIG
Dietrich Bonhoeffers Kirchen- und Gemeindeverständnis und die Restauration in der Kirche

AXEL DENECKE
Das Kirchenverständnis Bonhoeffers

KARL MARTIN
Gemeinde, Kirche und Leib Christi bei Dietrich Bonhoeffer

JISK STEETSKAMP
Neutestamentliche Stimmen zur Kirche – Einführung und Textcollage

EBERHARD L. J. MECHELS
„Die christliche Kirche ist die Gemeinde …“ Barmen III

KURT KREIBOHM
Morgenandacht im Augustinerkloster Erfurt

HERBERT PFEIFFER
Dietrich Bonhoeffer – Glaube, Liebe, Widerstand, Zivilcourage

Impulstexte zum Kirchen / Gemeinde-Verständnis


II. „Bonhoeffer in Finkenwalde“
Buchpräsentation und Rezensionen


AXEL DENECKE – Buchpräsentation

KARL MARTIN
Predigt anlässlich der Buchvorstellung

KURT KREIBOHM
Bericht über die Buchvorstellung

JAKOB KNAB – Erste Rezension

PAUL GERHARD SCHOENBORN
Zweite Rezension

GISELA KITTEL
Das Predigerseminar in Finkenwalde

Auszug aus dem Buch „Bonhoeffer in Finkenwalde“ – Herausgeber und Mitarbeiter


III. Vereinsnachrichten und Vermischtes

LESERMEINUNG UND ANTWORT
Der Tagesspiegel – Sonntag, 21. April 2013

SARAH KOHLMAIER
Warum ich aus der Kirche austrete

AUS: PUBLIK-FORUM NR. 9/2013
„Geld redlich einnehmen“ – Fragen an Pfarrer Karl Martin

HANS-ULRICH OBERLÄNDER
Langsamkeit, Warten und Pausen wieder als Tugenden schätzen


Editorial

Im Mittelpunkt der Frühjahrstagung 2013 steht Bonhoeffers Kirchen- und Gemeindeverständnis. Das Thema betrifft das Zentrum der Theologie Bonhoeffers – und zugleich das Zentrum der Arbeit des Dietrich-Bonhoeffer-Vereins. Entsprechend wurden auf der Tagung die verschiedenen Vorträge und Thesen mit Engagement – cum ira et studio – vorgetragen. Einer der vorgesehenen Referenten war Axel Denecke, der dann aber seine Teilnahme wenige Tage vor Tagungsbeginn absagen muss- te. Schön, dass auch er sein Referat, das er ursprünglich selbst vortragen wollte, für die „Verantwortung“ Heft 51 zur Verfügung gestellt hat.

Zwei Grundeinsichten leiten uns bei der Diskussion des Kirchen- und Gemeindeverständnisses. Sie finden ihren Niederschlag in den Texten der vorliegenden „Verantwortung“. Die erste Grundeinsicht besteht in der Beobachtung, dass zwischen der real verfassten evangelischen Kirche in der Bundesrepublik des Jahres 2013 und Bonhoeffers Visionen für die Zukunft der Kirche eine Differenz besteht. Nach 1945 und bis heute hat sich die Kirche anders entwickelt, als es Bonhoeffer vorschwebte. Sein Denkansatz war bisher nicht und ist bis heute nicht mehrheitsfähig in unserer Kirche. Wir als dbv wollen für sein Kirchen- und Gemeindeverständnis werben. Wir denken, dass hier Potentiale schlummern, die der Kirche helfen können.

Die zweite Grundeinsicht, die uns leitet, lässt sich vielleicht so formulieren: Wir wollen nicht und wir dürfen nicht den Kontakt zur real existierenden Kirche verlieren. Konstruktive Kritik sucht das Gespräch, sucht den tragfähigen gemeinsamen Grund für Dialog und Kooperation. Es ist nicht immer einfach, diese positiven Absichten nach außen zu vermitteln. Besonders dort, wo Tabus aufgebrochen werden, neigen Menschen zu Abwehrhaltungen und Verärgerung. Wir sind es unserer Kirche schuldig, unsere positiven Grundabsichten stetig und nachhaltig weiterzuverfolgen.

Dem Themenblock Frühjahrstagung folgt ein zweiter, der sich mit „Bonhoeffer in Finkenwalde“ befasst. In Finkenwalde wollte Bonhoeffer den Kandidaten sein Kirchen- und Gemeindeverständnis vermitteln. Die aus dem Predigerseminar verschickten Rundbriefe lassen erkennen, wie schwierig, aber auch wie lohnend es schon damals war, für ein solches Kirchen- und Gemeindeverständnis um Zustimmung zu werben.

In der Hoffnung, dass wir mit der vorliegenden „Verantwortung“ das Nachdenken über ein tragfähiges Kirchen- und Gemeindeverständnis und damit über die Zukunftsfähigkeit unserer Kirche bei vielen Leserinnen und Lesern anregen können, grüßt Sie sehr herzlich, auch im Namen des Schriftleiters und der Redaktion,

Ihr Karl Martin

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