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Zeitschrift "Verantwortung" - Heft 52

Heft 52

In welcher Welt wollen wir leben?

Ausgabe Dezember 2013

ISSN 0936-7454

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Abstract

Die 52. Ausgabe der Zeitschrift „Verantwortung“ bietet im ersten Teil Texte dar, die im Zusammenhang mit der Werkstatt-Tagung des dbv in Berlin-Weißensee September 2013 entstanden sind. Nach dem Tagungsbericht von Josef Göbel werden die beiden Hauptreferate von Rainer Kessler und Ulrich Duchrow, Arbeitsgruppen-Vorträge von Herbert Pfeiffer und Klausdieter Wazlawik sowie die Predigt von Jisk Steetskamp im Tagungs-Abschlussgottesdienst abgedruckt.

Rainer Kessler befasst sich mit dem Thema „Die Ethik von Tora und Prophetie und die Frage der Nachhaltigkeit“. In seinem Referat schildert er die krisenhafte Entwicklung in Israel bis zum 8. Jahrhundert vor Christus, die schließlich zum Auftreten von Prophetie und Tora (in dieser Reihenfolge!) geführt hat. Die Gerechtigkeit wird als die Basis von gesellschaftlichem Frieden und Nachhaltigkeit herausgestellt.

Ulrich Duchrow wendet sich dem Thema „Keine Zukunft ohne Überwindung der geldgetriebenen Zivilisation“ zu. Er schildert die Entstehung der Geld-Privateigentumswirtschaft, um sodann die Antwort der Religionen und Philosophien und in der kapitalistischen Moderne die Antwort der Befreiungstheologien zu beschreiben. In seinen Überlegungen kommt Ulrich Duchrow zu dem Ergebnis: Unserer Zivilisation „ist insgesamt vom Kapitalismus durchdrungen. Diese Zivilisation, die in der Achsenzeit begann, ist am Ende. Sie zerstört die Lebensgrundlagen der Menschheit und der Erde. Die Frage ist deshalb nicht, ob wir eine neue Kultur des Lebens entwickeln müssen, sondern ob wir sie noch gestalten wollen oder ob wir erst durch immer größere soziale und ökologische Katastrophen zur Umkehr gezwungen werden müssen.“

Auf der Tagung waren mehrere Studentinnen und Studenten anwesend. Sie haben ihre Eindrücke von der Tagung aufgeschrieben und der Schriftleitung der „Verantwortung“ zum Abdruck zur Verfügung gestellt. Einerseits wird für die Tagungen des dbv mehr Praxisrelevanz, mehr Ziel- und Ergebnisorientierung empfohlen, andererseits wird die offene Diskussionsatmosphäre und die menschlich gute Wahrnehmungsfähigkeit der TagungsteilnehmerInnen untereinander gelobt.

In einem zweiten Teil der 52. Ausgabe der Zeitschrift „Verantwortung“ werden aktuelle Friedenstexte zusammengestellt. Dazu gehört ein Vortrag des Friedensforschers Theodor Ebert, den er vor der Regionalgruppe Berlin des dbv gehalten hat, sowie ein Aufruf von Jakob, eine Liegenschaft der Bundeswehr nach dem Judenretter Feldwebel Anton Schmid (1900-1942) zu benennen . Außerdem wird ein Offener Brief von Sylvie Thonak, in dem sie vor der Installation eines hauptamtlichen evangelischen Militärbischofs warnt, zur Kenntnis gebracht.

Die Zeitschrift schließt mit dem dritten Teil „Vereinsnachrichten und Vermischtes“. Besonders zu nennen sind hier die Laudatio von Karl Martin auf die langjährige Schriftführerin des dbv Irmela Milch, drei Briefe von Wolfram Rohde-Liebenau an Karl Martin, Christiane Tietz von der Bonhoeffer-Gesellschaft und Konrad Raiser (ehemaligen Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen) sowie ein Brief von Sybille Mattfeldt-Kloth zum Thema „Kirchensteuer“.


Inhaltsverzeichnis

I. Werkstatt-Tagung des dbv in Berlin-Weißensee 2013

AXEL DENECKE
In welcher Welt wollen wir leben?

JOSEF GÖBEL
Tagungsbericht aus der Sicht eines „Abständigen“

RAINER KESSLER – Die Ethik von Tora
und Prophetie und die Frage der Nachhaltigkeit

ULRICH DUCHROW – Keine Zukunft ohne
Überwindung der geldgetriebenen Zivilisation

HERBERT PFEIFFER
Dietrich Bonhoeffer und der Freiburger Kreis

JISK STEETSKAMP – „Wie viel Herrlichkeit
und Üppigkeit, so viel Qual und Leid“ (Offb 18,7)

KLAUSDIETER WAZLAWIK
Kommunale Ökumene?

JOHANNES HERRMANN
Auswertung: Feed-back-Runde am Sonntag

ÉVA VÖRÖS – In welcher (ost- und mitteleuropäischen)
Welt wollen wir leben?

Brief an den dbv

II. Friedensarbeit in Vergangenheit und Gegenwart

THEODOR EBERT
Erinnerungen eines Friedensforschers an fünfzig Jahre kirchlicher Friedensarbeit

JAKOB KNAB – Judenretter Anton Schmid:
Ein sinnstiftender Traditionsgeber!

DR. SYLVIE THONAK – Offener Brief

III. Vereinsnachrichten und Vermischtes

Eine kleine Nachlese zur Frühjahrstagung über
Bonhoeffers Kirchen- und Gemeindeverständnis

KARL MARTIN – Laudatio auf Irmela Milch

REINHARD MÜLLER
Die leeren Kirchen, die Bilder und das Reich Gottes

ULRICH KUSCHE
Finanzkapitalismus global – und wir?

DR. IUR. WOLFRAM ROHDE-LIEBENAU
Drei Briefe

HANS-ULRICH OBERLÄNDER
„Corporation 2020“ weiterdenken

Brief von Sybille Mattfeldt-Kloth
zum Thema „Kirchensteuer“

AXEL DENECKE
Ein wunderbarer Bildband zum Leben Bonhoeffers


Editorial

Die „Verantwortung“ Nr. 52 hat ihre üblichen drei Teile: den Rückblick auf die letzte Tagung des dbv mit Tagungsbericht und Referaten; einen zweiten Teil mit einem zusätzlichen Thema, das in der Vergangenheit eine Rolle spielte und zu dem lesenswerte Texte entstanden sind; einen dritten Teil mit Vereinsnachrichten und Vermischtem. Alle drei Teile werden von dem Schriftleiter Axel Denecke mit einer redaktionellen Vorbemerkung eingeführt, sodass sich die LeserInnen bestens orientieren können.

Die Zeitschrift trägt den Titel „In welcher Welt wollen wir leben?“ und stellt damit das Thema der Werkstatt-Tagung in Berlin-Weißensee September 2013 in den Vordergrund. Es war eine bemerkenswerte Tagung. Auch mehrere jüngere Studentinnen und Studenten waren gekommen. Sie haben ihre Eindrücke von der Tagung festgehalten und uns zum Abdruck in der „Verantwortung“ zugeschickt. Dafür sagen wir ausdrücklich Dank. Wir suchen den Kontakt zu den Jüngeren, um so die Zukunft des Vereins auch personell vorzubereiten.

Die Werkstatt-Tagung in Berlin-Weißensee beschäftigte sich mit wirtschaftsethischen Fragestellungen, eingebettet in die Suche nach einer tragfähigen Vision für die Gesamtgesellschaft, die den Zerstörungskräften Einhalt gebietet und den lebensdienlichen Impulsen Vorrang einräumt. Die beiden Referenten Ulrich Duchrow und Rainer Kessler machten deutlich, dass die Monetisierung und Kapitalisierung unserer Gesellschaft ganz tief in die Anfänge unserer kulturellen Entwicklung zurückreicht. Die biblischen Autoren haben sich mit diesem Problem schon auseinandersetzen müssen. Ihre Botschaften sind Versuche, diesen Fehlentwicklungen entgegenzusteuern.

Gelegentlich wird die Meinung geäußert – manchmal sogar von sog. „Bonhoeffer-Kennern“ –, Bonhoeffer habe sich nicht um Wirtschaftsfragen gekümmert. Wir im Bonhoeffer-Verein teilen diese Meinung ganz und gar nicht. Dass sie irrig ist, belegt Herbert Pfeiffer mit seinem Beitrag über „Dietrich Bonhoeffer und den Freiburger Kreis“.

Papst Franziskus vertritt die Ansicht, wir müssten ein „Nein zu einer Wirtschaft des Ausschließens und der Disparität der Einkommen“ und ein „Nein zur neuen Vergötterung des Geldes“ sagen. Das vor uns liegende Weihnachtsfest ist eine gute Gelegenheit, nicht nur das Nein zu sagen, sondern auch auf das Ja Gottes zu hören, das er in der Menschwerdung Jesu Christi gesprochen hat. Dieses Hören wünscht allen Leserinnen und Lesern, auch im Namen des Schriftleiters und der Redaktion, sehr herzlich

Ihr Karl Martin

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