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Zeitschrift "Verantwortung" - Heft 27/28

Heft 27/28

Der 11. September und die Folgen

Ausgabe Dezember 2001

ISSN 0936-7454

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Abstract

In Heft 27/28 werden Texte veröffentlicht, die davor warnen, auf terroristische Gewalt mit potenzierter staatlicher Gegengewalt zu antworten. Dietrich Bonhoeffers Friedensethik, sein Gewissensbegriff und seine Widerstandshaltung werden in Erinnerung gerufen.
Inhaltsverzeichnis

Der 11. September und die Folgen
Walter Romberg - Erklärung zum Afghanistankrieg
Axel Noack - An die Abgeordneten des Bundestages
Erhard Eppler - Brief an die Koalitions-Fraktionen
H.-U. Oberländer - Erwiderungsbrief an Erhard Eppler
Peter Struck - In der Bundestagsdebatte am 16.11.01
Konrad Moll - Eine Erwiderung zu Peter Struck
Wolfg. Weissgerber - Bonhoeffer, Krieg und das Gewissen
Helmut Kern - Leserbrief zu Wolfgang Weissgerber
Ekke Fetköter - Dekade zur Überwindung von Gewalt

Leitartikel
Karl Martin - Warum kehrte Dietrich Bonhoeffer 1939 aus New York nach Deutschland zurück?

Herbst-Tagung 2000 „Gewissenskonflikte ...“
Ralf Evers - Grenzen einer Religion der Freiheit - Das Gewissen als Aufgabe der Kirche
Karl Martin - Predigt über Röm. 8, 22 b

Jahrestagung 2001 „Widerstandserfahrungen ...“
H.-J. Fischbeck - Von der Staatsomnipotenz zur Wirtschaftsomnipotenz?
Karl Martin - Reich Gottes und unsere Gerechtigkeit

Soldatenseelsorge
dbv Pressemitteilung
Die EKD lässt zu Krieg und Frieden Orientierung vermissen
dbv Tischvorlage für die EKD-Synode Nov. 01 in Amberg
dbv Resolution Nr. 36
Keine Ausdehnung des Militärseelsorgevertrages in die neuen Bundesländer

Streitfall Kirchensteuer
Diskussionspapier Für eine Kirchenfinanzierung ohne staatlichen Zwangseinzug

Buchbesprechungen

Impressum

Titelbild:
Ausschnitt aus den „Seligpreisungen“ von Willy Beppler, 1993
Adresse: W. Beppler, Bleichstr. 18, 65343 Eltville

Editorial

„Der 11. September und die Folgen“ – wir stehen noch ganz am Anfang der Auseinandersetzung mit diesem Thema. Die aufgebrochenen Fragen lassen es nicht zu, dass wir nur zuschauen oder uns möglichst unauffällig wegschleichen.

Die Verantwortung 27+28 beginnt mit Texten von Vereinsmitgliedern (Romberg, Noack, Oberländer, Moll, Kern und Fetköter) zum 11. September. In allen Texten wird davor gewarnt, auf terroristische Gewalt mit potenzierter staatlicher Gegengewalt zu antworten. Friedenethik intendiert nicht die Ausrottung des Gegners. Sie zielt darauf ab, ein Zusammenleben mit gegenwärtigen Feinden in allmählichen Veränderungsschritten für die Zukunft vorzubereiten.

In der Bundestagsdebatte am 16. Nov. 2001 ging es um den Bundeswehreinsatz in Afghanistan, gekoppelt mit der Vertrauensfrage für den Bundeskanzler und die Koalition. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Peter Struck, der um Zustimmung für den Einsatzbeschluss warb, zitierte zur Verstärkung seiner Argumentation Dietrich Bonhoeffer mit dem Satz: „Die letzte verantwortliche Frage ist nicht, wie ich mich heroisch aus der Affäre ziehe, sondern wie eine kommende Generation weiterleben soll“ (Widerstand und Ergebung, Neuausgabe München 1970, S. 16). Eine Erwiderung zu Peter Struck hat Konrad Moll verfasst.

Die Theologie Bonhoeffers so aufzuarbeiten, dass sie in ihrer Bedeutung für gegenwärtige Auseinandersetzungen transparent wird, entwickelt sich zu einer immer stärker werdenden Aufgabe für den dbv. Der Leitartikel beschreibt, mit welcher Grundeinstellung Bonhoeffer 1939 in den Widerstand nach Deutschland zurückgekehrt ist. Das Referat von Ralf Evers setzt bei dem Gewissensbegriff Bonhoeffers ein und gibt ihm eine Füllung, die gegen Einschüchterung und Manipulation resistent machen soll. Bonhoeffers Begriff einer drohenden „Wirtschaftsomnipotenz“ wird in dem Referat von Hans-Jürgen Fischbeck zum Ausgangspunkt einer kritischen Gesellschaftsanalyse.

Seit circa 15 Jahren beschäftigt sich der dbv mit dem Thema Soldatenseelsorge. 1994 verständigte sich die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) darauf, den Wünschen der ostdeutschen Landeskirchen entgegenzukommen und die Soldatenseelsorge stärker als bisher in kirchliche Strukturen einzubinden. Diese Reformabsicht ist nunmehr von der EKD fallengelassen worden. Der bisher nur in den alten Bundesländern praktizierte Militärseelsorgevertrag soll unverändert in den neuen Bundesländern eingeführt werden. Wir als dbv sind darüber empört und rufen zum deutlichen Widerspruch gegen ein solches Vorgehen auf.

Im „Streitfall Kirchensteuer“ hat die Arbeitsgruppe des dbv „Gemeinwohlfinanzierung“ ein Diskussionspapier vorgelegt. Darin wird einerseits die Kirchenfinanzierung ohne staatlichen Zwangseinzug, andererseits die Neueinführung eines staatlichen Bürgerguthabens gefordert. In der nächsten „Verantwortung“ wird die Diskussion fortgesetzt.

Im Mai 2001 erschien die Sonderausgabe der Verantwortung „Theodor Heckel und die Folgen“. Die vorliegende zweite Ausgabe in diesem Jahr ist eine Doppelnummer, damit wir bei jeweils zwei Nummer pro Jahr im Zählrhythmus bleiben. Wir freuen uns auch in Zukunft über Leserbriefe, Stellungnahmen und andere Beiträge.

Termine: 10./11. Mai 2002 Fachtagung Soldatenseelsorge in Bonn; 24.-26. Mai Jahrestagung in Iserlohn; 18.-20. Oktober Herbsttagung in Halle/Saale. Für das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel wünscht allen Leserinnen und Lesern alles Gute, auch im Namen der Redaktion,

Ihr Karl Martin

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