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Zeitschrift "Verantwortung" - Heft 31

Heft 31

Das Leben nicht-religiös interpretieren

Ausgabe August 2003

ISSN 0936-7454

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Abstract

In der vorliegenden "Verantwortung" geht es um den Gebrauch bzw. um den Missbrauch von Glaubenswahrheit. Der Leitartikel "Das Leben nicht-religiös interpretieren" entfaltet Bonhoeffers These, dass der Glaube gelebt und in der Wirklichkeit der Welt bewährt werden muss.
Weitere Texte befassen sich mit dem Missbrauch von Religion zu Zwecken der Gewaltlegitimation.

Inhaltsverzeichnis

Personalia
Affäre um Stasi-Überprüfung von Rolf Wischnath
Trauer um Dorothee Sölle und Horst Goldstein
Peter Krug – neuer evangelischer Militärbischof

Streiflichter
Horst Scheffler Die Lehre vom gerechten Frieden Niemöller-Erbe vergessen?

Leitartikel Axel Denecke, Das Leben nicht-religiös interpretieren

Kirchensteuer
Der Fall Sabine Ackermann
Kirchensteuer auf dem Prüfstand
dbv – Abschied von der Kirchensteuer

Wirtschaft
Buchempfehlungen
Aufruf – Ökumenischer Bekenntnisprozess
Hanna-E. Fetköter, Kairos Europa

Kommentar
Sozialer Kahlschlag

Wir stellen vor:
Evangelische Sozietät Württemberg

Herbstseminar 2002
Udo Schnelle, Der Staat im Neuen Testament
Till Hüttenberger, Religion und Gewalt
Wolfgang Sternstein, Ist Gewaltlegitimation ein Verrat am Evangelium?
Karl Martin, Predigt über Matthäus 5.33-37

Frühjahrstagung 2003
Pressemitteilung des dbv: Globalisierte Wirtschaft und christliche Verantwortung

Resolutionen 2003
Bonhoeffer-Verein kritisiert die religiöse Rechtfertigung eines unmoralischen und völkerrechtswidrigen Angriffskrieges
Bonhoeffer-Verein fordert die Verurteilung von Angriffskriegen

Veranstaltung
Kultur als Waffe – Intellektuelle im Exil

dbv intern
Terminvorschau 2003/2004
Versöhnung mit den Täufern – Offener Brief an die lutherischen und unierten Landeskirchen in Deutschland

Weisse Rose/Bonhoeffer
Auszug aus dem Buch von Detlef Bald: „Die Weiße Rose“
Fritz Jacobi, Rede aus Anlass der Einweihung der Plastik für Dietrich Bonhoeffer von Karl Biedermann

Buchbesprechung
Konrad Moll, Rezension des Buches von Andreas von Bülow,
Die CIA und der 11. September

Impressum

Titelbild: Ausschnitt aus den „Seligpreisungen“ von Willy Beppler, 1993. Einzelbild zu Matthäus 5,8 „Wohl denen, die aufrichtig sind in ihrem Herzen...“

Editorial

In der vorliegenden "Verantwortung" geht es um den Gebrauch bzw. um den Missbrauch von Glaubenswahrheit. Der Leitartikel "Das Leben nicht-religiös interpretieren" entfaltet Bonhoeffers These, dass der Glaube gelebt und in der Wirklichkeit der Welt bewährt werden muss. Weitere Texte befassen sich mit dem Missbrauch von Religion zu Zwecken der Gewaltlegitimation.

Das neue Buch von Andreas von Bülow „Die CIA und der 11. September“, vorgestellt und kommentiert von Konrad Moll, wirft eine Reihe schwerwiegender Fragen auf. Es korrigiert unsere Vorstellungen von der Beziehung zwischen Krieg und Wahrheit. Wir sind es gewohnt, davon zu reden, dass das erste Opfer von Kriegen die Wahrheit sei. Andreas Bülow geht einen Schritt weiter. „Staaten beginnen Kriege in aller Regel mit Lügen, gerade auch Demokratien“ (Frankfurter Rundschau 23. August 2003 Magazin Seite 3). Die Wahrheit wird nicht erst im Verlauf von Kriegen, sondern bereits bei deren Einfädelung und Vorbereitung zum Opfer. Es braucht die Lüge, um Kriege führen zu können. Denn die Wahrheit würde immer zur Gewaltvermeidung, zu gewaltfreien Konfliktlösungsstrategien tendieren.

Der Leitartikel von Axel Denecke ist ebenfalls dem Thema Wahrheit gewidmet. Denn bei Bonhoeffers Forderung „Das Leben nicht-religiös interpretieren“ geht es genau darum, der Wahrheit eine Gestalt zu geben, die heute verstanden werden kann. Es helfen keine klugen Gedankenspiele und hermeneutischen Interpretationskünste – sowenig saubere Gedanken-arbeit und klare Interpretationsschritte abgewertet werden dürfen. Entscheidend ist, ob der Glaube gelebt und in der Wirklichkeit unserer Welt bewährt wird. „Es geht ums Leben, um die theologische Existenz, um das 'Gestalt werden Christi’ in unserem Leben, um das 'Beten und Tun des Gerechten’ in der glaubwürdigen Umsetzung der Forderung nach einer nicht-religiösen Interpretation biblischer / theologischer Begriffe“, schreibt Axel Denecke.

Breiten Raum nimmt die Dokumentation der Texte und Referate des Herbstseminars 2002 „Ist religiöse Gewaltlegitimation ein Verrat am Evangelium?“ ein. Bei der Einfädelung und Vorbereitung von Kriegen wird gerne die Religion, speziell auch die christliche Religion, zum Bundesgenossen erklärt. Der Krieg gegen den Terrorismus ist ein aktuelles Beispiel. Die Lüge kann kaum eine die Wahrheit entstellendere Gestalt annehmen. Der Bonhoeffer-Verein hat sich schon wiederholt gegen einen solchen Religionsmissbrauch zu Wehr gesetzt. In der vorliegenden „Verantwortung“ ist die Resolution Nr. 42 abgedruckt: „Kreuzzugs-Parolen und Gebete vor dem Gefecht in öffentlicher Selbstdarstellung als Glaubenskrieger sind ein schändlicher Missbrauch des christlichen Glaubens – Bonhoeffer-Verein kritisiert die religiöse Rechtfertigung eines unmoralischen und völkerrechtswidrigen Angriffskrieges“.

Wir empfehlen unseren Lesern die Terminvorschau auf Seite 47 zur freundlichen Kenntnisnahme. Mit einer Einladung an alle Interessierten, sich an den aktuellen Diskussionen des dbv zu beteiligen, grüßt Sie, auch im Namen der Redaktion, sehr herzlich

Ihr Karl Martin

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