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Zeitschrift "Verantwortung" - Heft 43

Heft 43

Jesus - Reich Gottes jetzt? und Dietrich Bonhoeffer

Ausgabe Juni 2009

ISSN 0936-7454

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Abstract

Heft 43 dokumentiert die Frühjahrstagung des dbv in der Akademie Hofgeismar vom 27.-29. März 2009. Vor allem drei Fragen wurden während der Tagung kontrovers diskutiert – und finden ihren Niederschlag in Heft 43: Ist das Reich Gottes nur eine Gegenwarts-Wirklichkeit, oder ist es nicht immer auch ein eschatologisches / endzeitliches Geschehen? Ist das Reich Gottes an die Person Jesu gebunden, oder hat es unabhängig von dieser Person Realität (Jesus hätte demnach nur auf das bereits existierende Reich Gottes hingewiesen, hätte es aber nicht zuallererst mit seiner Person gebracht)? Reicht es, nur vom Reich Gottes zu reden, oder müssen wir es nicht auch tun in Kirche und Gesellschaft (Frieden, Gerechtigkeit, konziliarer Prozess)? Das Tun ist unverzichtbar, es ist der eigentliche Realitätsvollzug! Eine besondere Erwähnung verdient es, dass in Heft 43 das endgültige, von der Mitgliederversammlung für die Öffentlichkeit freigegebene „Drei-Säulen-Modell für eine Reform der Kirchen- und Gemeinwohlfinanzierung“ abgedruckt ist. Die Entwicklung vom Zwei-Säulen- zum Drei-Säulen-Modell war ein langer, über 10 Jahre währender Weg! Das Drei-Säulen-Modell möchte der Kirche Mut machen, Veränderungen zuzulassen und sich eine neue, an der Reich-Gottes-Botschaft orientierte Gestalt zu geben.

Inhaltsverzeichnis

Frühjahrstagung März 2009

AXEL DENECKE
Reich Gottes: Jetzt – Erst später – Oder beides?



I. Tagungsbeiträge

CLAUS PETERSEN
„Wir wünschen uns eine Reform der Kirchen auf der Basis der Reich-Gottes-Botschaft Jesu“

SIEGFRIED BERGLER
Der Reich-Gottes-Gedanke in der Hebräischen Bibel und in der rabbinisch-talmudischen Tradition

HUBERT FRANKEMÖLLE
Der Jude Jesus und seine Verkündigung von der „Herrschaft Gottes“

AXEL DENECKE
Der Jude Jesus, sein ‚Lebensstil’ und die „offene Christusfrage“ (Dietrich Bonhoeffer)

KARL MARTIN
Der Reich-Gottes-Begriff und der nicht-religiöse Wirklichkeitsbezug in der Theologie Bonhoeffers

AXEL DENECKE
Ergänzende Dokumente und Einladung zur Fortsetzungs-Tagung in Hamburg



II. Dokumentation

AXEL DENECKE
Pro Reli – Pro Ethik – Volksentscheid in Berlin
Repräsentativumfrage von Infratest-dimap

UWE DUSKE
Brief an Bischof Dr. W. Huber

BERNHARD SCHLINK
Die Kirchen haben schon verloren

KARL MARTIN
Buchhinweis: Günter Stahl (Hrsg.), „Blätter um die Freudenberger Begegnung“, Band 8 / 2008



Aus den Arbeitsgruppen des dbv

AG: Kirche gestalten
HERBERT PFEIFFER
Das Drei-Säulen-Modell für eine Reform der Kirchen- und Gemeinwohlfinanzierung

AG: Bonhoeffer bewegt und Friedensarbeit
Friedenssicherung und Annexionsduldung
Dank an Roswitha Velte-Hasselhorn



Vereinsnachrichten und Vermischtes

WOLFRAM ROHDE-LIEBENAU
Verantwortung am Rande des Abgrunds

KARL MARTIN
Wolfgang Sternstein, Gandhi und Jesus

AXEL DENECKE
„In unserer Mitte – Ein (Ge)Denkbuch“

Protokoll Mitgliederversammlung Hofgeismar

Termine 2009 und 2010

Editorial

Für das Jahr 2009 hat sich der Dietrich-Bonhoeffer-Verein (dbv) die Beschäftigung mit dem Thema „Reich Gottes“ vorgenommen. Sowohl die Frühjahrs- als auch die Herbsttagung sollen damit befasst sein.

Die erste der beiden Tagungen liegt nun hinter uns. Die „Verantwortung“ Heft 43 dokumentiert die Vorträge. Es war eine ausgesprochen theologische Diskussion, die zum Teil bis in das Zentrum des Glaubens vordrang, wie auch aus der Einführung unseres Schriftleiters hervorgeht (S. 3-4). Eines scheint mir deutlich geworden zu sein: Es reicht nicht, dass die Kirche eine Verkündigung vom Reich Gottes vor sich herträgt – und ansonsten darauf wartet, dass der liebe Gott das Reich Gottes irgendwann auf die Erde schickt. Entscheidend für die Verkündigung der Kirche ist ihr eigenes Leben und ihr Tun – darum soll es vor allem in der Herbsttagung gehen. (vgl. dazu auch S. 43).

Interessant wird es immer erst, wenn die Kirche vorlebt, was sie anderen vorsagt, und damit von der Kirche jetzt schon ein Stück Reich-Gottes-Zukunft im eigenen Vollzug gewagt wird.

Der Kirche wird dieses Vorleben allerdings nicht gelingen, solange sie an den staatskirchenrechtlichen Strukturen und Privilegien festhält, in denen sie sich seit der konstantinischen Wende eingerichtet hat. Diese herrschaftlichen Strukturen aufzubrechen, damit geschwisterliches Miteinander das Leben in der Kirche wieder prägen kann, ist ein wichtiges Ziel. Der dbv möchte an diesem Ziel mitarbeiten. „Das Drei-Säulen-Modell für eine Reform der Kirchen- und Gemeinwohlfinanzierung“ (Vgl. S. 50), das nach mehrjähriger Arbeit fertiggestellt werden konnte, soll helfen, Schritte auf dieses Ziel hin zu gehen.

Beim Thema Kirchen und Religionen erhitzen sich die Gemüter. Der Streit „Pro Reli – Pro Ethik“ in Berlin ist verbissen geführt worden. Streitgegenstand war der Religionsunterricht. Wenn es um eine Neuordnung der Kirchenfinanzierung ginge, wäre der Streitgegenstand ein viel umfänglicherer, folgenschwererer. Die Erhitzung der Gemüter würde entsprechend eskalieren. Es ist also ganz wichtig, vorsichtig, d.h. langsam und umsichtig vorzugehen. Dennoch bleibt es das Klügere, jetzt schon eine gewollte Zukunft zu bedenken, statt die Krise des Gesamtsystems abzuwarten, die uns dann eine ungewollte Zukunft aufzwingen könnte.

Mit der Erinnerung an das Jesus-Wort aus Markus 1,15 „Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist herbeigekommen.
Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“ grüßt Sie sehr herzlich, auch im Namen des Schriftleiters und der Redaktion,

Ihr Karl Martin

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